Binge-Eating Promotion

30. November 2013

Normalerweise bin ich kein Freund von „Amerikanismen“, aber hier paßt der Titel ganz gut. Letzte Woche habe ich den Artikel über DSM-5 geschrieben, in dem es darum geht, daß die neuen Definitionen für psychische Erkrankungen in Kürze die ganze Welt zu einem Irrenhaus machen könnten.
Und gestern bin ich gleich über Pressemeldungen „gestolpert“, die mit der Vermarktung beginnen.

Binge Eating  – Definition

Binge-Eating-Disorder, bzw. Binge-Eating-Störung bedeutet, wenn Du es fein ausgedrückt haben möchtest, eine Eßstörung. Etwas vulgärer formuliert kannst Du es auch „Freßgelage“ (binge = Gelage, eating = essend, fressend) nennen.
Sie, die „Krankheit“, ist gekennzeichnet durch periodisch auftretende unkontrollierbare Eßattacken. Und mit der Definition in DSM-5 ist es nun eine „offizielle, behandlungsbedürftige Krankheit“

Promotion – Definition

Für den Begriff Promotion gibt es zwei Deutungen:
Du kannst ihn deutsch aussprechen, genauso wie Du ihn schreibst, dann bedeutet Promotion „die Verleihung der Doktorwürde (und auch der Weg dorthin)“.
Ich kann mir allerdings keinen „Doktor der Freßsüchte“ vorstellen.

Wenn Du Promotion aber als „Amerikanismus“ benutzt, dann mußt Du es etwa so aussprechen: „Promouschen“.
In diesem Fall bedeutet es „die Förderung des Absatzes durch besondere Werbung“.

Vermarktung von Krankheiten

Und damit sind wir beim Punkt.

Was nützen die schönsten Krankheitsdefinitionen, wenn sie keiner kennt?

  • Wenn wir nicht wissen, daß wir „krank“ sind, gehen wir nicht zum Arzt.
  • Wenn wir nicht zum Arzt gehen, verdient der Arzt kein Geld und er kann uns außerdem keine Medikamente verschreiben.
  • Wenn er uns aber keine Medikamente verschreibt, dann verdient die Pharmaindustrie kein Geld.
  • Und wenn die Pharmaindustrie kein Geld verdient, dann gibt es neben unzufriedenen Aktionären auch noch weniger Steuereinnahmen für den Staat, vermutlich auch Mitarbeiterentlassungen, welche wiederum das Sozialsystem belasten.
  • Das Ganze führt dann letztendlich dazu, daß wir Verbraucher mehr Steuern und mehr Sozialabgaben zahlen müssen.

Du siehst also, daß es im Endeffekt für alle günstiger ist, wenn wir selbst schon merken, daß wir krank sind, brav zum Arzt gehen und die verschriebenen Medikamente auch kaufen.

Ärztewitz

Da muß ich gerade an den Witz mit der alten Frau und dem Arztbesuch denken:

Eine alte Frau kommt aus dem Dorf wieder nach Hause und erzählt der Nachbarin, daß sie beim Arzt war: „Ich habe so ein Zwicken im Rücken und habe mir gedacht, ich gehe mal zum Doktor, der will ja schließlich auch leben.
Der Doktor hat mir dann ein Medikament gegen mein Rückenleiden verschrieben. Mit dem Rezept bin ich dann sofort zum Apotheker gegangen und habe mir die Pillen geholt. Der Apotheker will ja schließlich auch leben.“
„Und wie oft nimmst Du die Medizin jetzt?“ fragte die interessierte Nachbarin.
Die alte Dame beugt sich zu ihr hinüber und flüstert der Nachbarin ins Ohr: „Die Pillen habe ich doch unterwegs schon weggeworfen! Weißt Du, ich will ja schließlich auch leben.“

Medien als Handlanger des Medizinbetriebes

Die Aufgabe, die die Medien hier übernehmen ist also die „Promotion“, d.h. das Bekanntmachen der Krankheiten, damit wir auch sensibel werden und merken, daß wir ein Behandlungsfall sind.

Und in der „Frankfurter Rundschau“ geht es gleich los mit dem Titel: „Einsicht bei Binge-Eating-Störung für Heilung wichtig

Wir, die Patienten, müssen also erst einmal verstehen, daß wir krank sind. Das ist natürlich bei den sogenannten psychischen Erkrankungen nicht immer so einfach. Der Fachmann erklärt es folgendermaßen.

[…] Um eine Binge-Eating-Störung in den Griff zu bekommen, müssen Betroffene sich als erstes selbst eingestehen, dass sie eine Eßstörung haben und Hilfe brauchen. Sonst lasse sich das Problem nicht erfolgreich behandeln, erläutert Prof. Manfred Fichter von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin […]

Ursachen für die Binge-Eating-Störung

Da wir uns bei der GNM, bzw. „Germanischen Heilkunde“ ® sehr für die Ursachen der „Krankheiten“ interessieren, ist es auch immer wieder lehrreich bis unterhaltsam zu sehen, was die offizielle Presse, bzw. „die staatlich verordnete Medizin“ zu den Ursachen sagt.

In dem Artikel der „Frankfurter Rundschau“ werden auch denkbare Auslöser genannt:

[…] Denkbare Auslöser für die Essattacken sind dem Experten zufolge zum Beispiel Angst, Wut, Frustration oder Traurigkeit. Unzufriedenheit mit der Figur und eine Überbewertung der äußeren Erscheinung können die Essstörung begünstigen. Weitere Risikofaktoren sind ein geringes Selbstwertgefühl, wenig soziale Unterstützung sowie depressive Symptome und emotionales Essverhalten.[…]

Was bei der obigen Aufzählung noch fehlt, ist die übliche genetische Disposition. Aber die wird uns bestimmt durch einige entsprechende Studien noch nachgereicht. 🙂 Wir stehen ja erst ganz am Anfang der Vermarktung von Binge-Eating.

Achte doch bitte zukünftig selbst einmal darauf, wie Binge-Eating und die anderen „neuen psychischen „Erkrankungen“ publik gemacht werden. Daraus kannst Du viel lernen.

Die Ursachen der Binge-Eating-Störung aus Sicht der GNM möchte ich Dir natürlich auch noch kurz erläutern. Da das aber für diesen Artikel zu viel wäre, bekommst Du das Thema kurzfristig nachgeliefert.

Bis die Tage – bleib gesund

Richard

 

 

Dieser Artikel ist der der zweite Teil, einer kleinen Serie über psychische Erkrankungen, vor allem über die Binge-Eating-Störung

Teil 1: DSM-5 Generalangriff auf die Psyche

Teil 3: Binge-Eating aus Sicht der Neuen Medizin

 

Folgende Artikel könnten Dich auch interessieren:

Freundlichkeit hilft oft mehr als Pillen

Psychosomatische Medizin

Psychische Probleme

Krebs – Krankheit der Seele

Schreibe einen Kommentar