Der gestrandete Wal

1. Februar 2013

Wir lesen immer wieder einmal in den Zeitungen von Walen, die irgendwo stranden und nicht zurück ins Meer gelangen können.

Diese Wale befinden sich biologisch betrachtet in der gleichen Situation wie wir bei unserem Flugzeugabsturz in der Wüste oder wie der Bergsteiger in der Gletscherspalte (siehe Artikel „Der Staudammwärter“). Es startet automatisch das Sinnvolle Biologische Sonderprogramm (SBS) für „Wassermangel“ und „Existenzangst“.

Dieses SBS sorgt dafür, daß der Körper mit den vorhandenen Wasservorräten länger überleben kann, indem die Nieren mehr Wasser zurückhalten.

Können diese Wale mit der nächsten Flut wieder zurück ins Meer, dann ist das eine biologische Lösung, die das Sonderprogramm wieder abklingen läßt.
Verenden diese Tiere am Strand, dann ist auch das eine biologische Lösung.

Gelegentlich werden diese gestrandeten Tiere zu Forschungszwecken auch obduziert. Und sehr häufig findet man dann Aussagen wie: „… starb vermutlich an Nierenversagen …“ oder wie im Handelsblatt berichtet:

Themse-Wal starb an Austrocknung und Nierenversagen

 […] Das Tier starb an einer Kombination aus Austrocknung, Muskelschäden und Nierenversagen […]

Natürlich stirbt ein Wal an Austrocknung, wenn er nicht mehr im Wasser ist. Und natürlich verdursten wir, wenn wir in der Wüste oder Gletscherspalte sitzen und kein Wasser mehr haben.

Aber deshalb haben doch in diesen Situationen die Nieren nicht versagt!
Ganz im Gegenteil:
Die Nieren haben perfekt, nämlich mit einem von der Natur eingerichteten Sonderprogramm (SBS) reagiert, mit dem Ziel, das Überleben zu sichern.
Dieses Sonderprogramm verschafft uns und den Tieren mehr Zeit, um wieder zu unserem lebensnotwendigen Element Wasser zu kommen.

Achte bitte in Zukunft selbst auf solche Berichte oder recherchiere ein wenig im Internet und du wirst genug derartige Beispiele finden.

Im nächsten Artikel aus dieser Serie lernst Du weitere Sonderprogramme kennen; auch ‚alltägliche‘, die Du immer mal wieder bei Dir beobachten kannst. Und wir machen gemeinsam ein spannendes Experiment.

Bis die Tage – bleib gesund

Richard

 

 

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