Gesetz für mehr Gesundheit

22. März 2013

Die Augsburger Allgemeine nennt es „Gesetz für mehr Gesundheit“. Bei N24 heißt es „Gesetz für mehr Prävention“. Die Botschaft ist eindeutig:

Die Politiker sagen den Krankheiten den Kampf an!

Das ist eine Kriegserklärung an alle biologisch sinnvollen Sonderprogramme.

Der Spiegel macht auch gleich eine biologische Normalität zu einer Volkskrankheit:

[…] Ob Übergewicht, Diabetes Typ 2 oder Depression: Die Koalition will Volkskrankheiten eindämmen – per Gesetz […]

Und jetzt achte bitte einmal auf die Feinheiten:

Übergewicht als Volkskrankheit

Übergewicht wird nun schon als Volkskrankheit deklariert.
Ist es noch nicht genug, wenn Übergewicht als Ursache oder Mitursache für diverse Krankheiten dargestellt wird, ohne irgendwelche Beweise dafür zu haben? Nein, Übergewicht ist die Krankheit!

Nur weil uns die Medien irgendwelche aufgetakelten Hungerhaken als Schönheitsideale präsentieren, bedeutet es doch nicht, das dieser „Zustand“ gesund ist.
Ganz im Gegenteil: Es überleben, nicht nur in der Natur, diejenigen am besten, die etwas zuzusetzen haben.
Eine konfliktaktive Phase beispielsweise kostet Kraft und Energie. Die kann ich viel besser durchstehen, wenn ich ein paar Pfunde mehr habe als für „die Norm“ festgelegt wurde.

Inzwischen ist es sogar amtlich:

Übergewichtige haben eine höhere Lebenserwartung!

Die Welt 02.01.2013:

[…] Eine Analyse von 97 Studien kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Das Sterberisiko bei Übergewichtigen ist niedriger als bei normalgewichtigen Menschen.[…]

Im Tagesspiegel vom 03.01.2013 wird das Ergebnis noch überzeugender dargestellt:

[…] Normalgewicht ade? Menschen mit Übergewicht leben am längsten, gefolgt von leicht Fettsüchtigen. Das ergab eine Auswertung von 100 Studien mit insgesamt knapp drei Millionen Teilnehmern.[…]

Ich bin ja gerne etwas vorsichtig, wenn ich von neuen Studien höre. Hier geht es aber um die Ergebnisse von Untersuchungen, die schon Jahrzehnte lang laufen. Und die Anzahl von drei Millionen Teilnehmern hat schon was für sich.

In vielen neuen Krebsstudien werden Ergebnisse mit einigen hundert Teilnehmern schon als Sensation dargestellt und danach die „Wissenschaft“ ausgerichtet.

Wenn nun ein Staat, ein Krankenkassensystem, eine Ärzteschaft vorgibt, die Gesundheit fördern zu wollen, warum wird dann die Norm nicht angepaßt?
Warum wird Übergewicht (nicht zu verwechseln mit Fettleibigkeit) dann als Volkskrankheit und verursachend für viele Krankheiten definiert?

Es geht hier scheinbar darum, mehr Menschen „behandlungspflichtig“ zu machen, so wie es seinerzeit mit der Senkung der Blutdrucknormwerte gemacht wurde. Und „schwuppdiwupp“ hat die Medizin wieder ein paar Millionen Patienten mehr.  Diese netten Patienten möchte man nun natürlich nicht durch Anpassung des BMI (Body Mass Index) verlieren.

So einfach ist das.

Mehr Früherkennung bei Kindern

Dazu paßt auch eine weitere Änderung, die das neue Gesetz bewirken soll:

[…] Außerdem soll die Früherkennung bei Kindern ausgeweitet werden […]

heißt es in der Süddeutschen Zeitung.

„Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern“, wird dort Gesundheitsminister Daniel Bahr zitiert.

Diese Früherkennungsuntersuchungen beim Nachwuchs sollen bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr vollständig übernommen werden (bisher bis zum 6. Lebensjahr).

Na das ist doch prima!

Das tut sich doch gleich wieder ein enormes Geschäftspotential auf: Potential um zusätzliche behandlungspflichtige „Krankheiten“ aufzuspüren, (die sonst möglicherweise von selbst ausgeheilt wären), Potential die Krankenhäuser zu füllen, Potential für den Medikamenteumsatz, Potential …

Das wäre mal wieder ein genialer Schachzug von „unseren“ Politikern: Der größte Schaden für uns, wird uns nett verpackt als Vorteil verkauft.

„Ja jetzt wird wieder in die Hände gespuckt wir steigern das Bruttosozialprodukt…“

 

Bis die Tage – bleib gesund

Richard

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